Der große Streit am Marktplatz
Vorlese-Fassung · 3–8 JahreEs war Markttag im Gemüseland. Über dem Platz hingen bunte Fähnchen. Es duftete nach frischem Brot und süßen Beeren. Überall wuselten die Gemüse durcheinander und bauten ihre Stände auf. Denn heute Abend gab es etwas Besonderes: Der schönste Stand bekam einen leuchtend bunten Wimpel – eine kleine Fahne zum Anstecken.
Till Tomate rückte seine rote Kappe zurecht. Sorgfältig stapelte er glänzende Tomaten zu einer kleinen Pyramide. „Perfekt", sagte er und war sehr zufrieden.
Ein paar Schritte weiter baute Greta Gurke. Sie konnte wunderbar stapeln. Ganz vorsichtig setzte sie Gemüse auf Gemüse, höher und höher. Bald stand ein feiner, wackeliger Turm. Und ganz oben glitzerte ihre allerschönste Gurken-Laterne.
„Hier, Till", sagte Greta freundlich. „Meine Laterne bringt Glück. Möchtest du sie für deinen Stand haben?"
Till staunte. Die Laterne funkelte in der Sonne. Sie war so schön. Viel zu schön, dachte Till. Und sein kleiner Stand daneben? Der sah plötzlich gar nicht mehr besonders aus.
„So eine feine Laterne", murmelte er leise, „die passt doch gar nicht."
Greta hörte nur die Hälfte. Sie wurde ganz still. „Sie passt nicht?", flüsterte sie. „Du meinst, sie ist hässlich?"
„Nein, ich meine doch —", begann Till.
Doch Greta hatte die Laterne schon wieder an sich gedrückt. „Dann behalte ich sie eben", sagte sie ganz sauer. „Mein Turm ist sowieso viel schöner als deine kleine Pyramide."
„Was?", rief Till und sprang auf. „Meine Pyramide ist wunderbar! Viel besser als dein wackeliger Turm!"
Und schon ging es los. Till und Greta stritten und stritten. Immer lauter, immer wilder.
Bald mischten sich die anderen ein. „Tills Stand ist der allerschönste!", rief Rudi Rotkohl. „Von wegen! Gretas Turm!", rief Hanna Hirse. Matti Mais stellte sich zu Till. Frida Fenchel stellte sich zu Greta. Die einen zeigten hierhin, die anderen dorthin. Auf einmal war der ganze Marktplatz in zwei Hälften geteilt. Und alle schrien durcheinander.
Da kamen Bella Brokkoli und Emil Erbse angelaufen.
„Oh je", sagte Emil. „Das sieht ganz nach einem Fall für uns aus."
Emil trat in die Mitte und hob die Hände. „Freunde, hört auf zu streiten!", rief er. „Baut doch einfach zusammen einen großen Stand. Dann sind alle glücklich."
„Niemals!", riefen Till und Greta wie aus einem Mund. „Auf keinen Fall!"
Emil ließ die Schultern hängen. „Das ging daneben", flüsterte er Bella zu.
Da hatte Bella eine Idee. „Also gut, wir machen es ganz fair", rief sie. „Jeder zeigt seinen Stand. Und dann stimmen alle ab, welcher schöner ist!"
Das klang gut. Doch es kam ganz anders.
Till stapelte schnell noch mehr Tomaten auf seine Pyramide. Greta baute ihren Turm noch ein Stück höher. Jeder wollte unbedingt gewinnen. Alle liefen aufgeregt hin und her und riefen durcheinander.
Endlich wurde abgestimmt. Bella zählte mit. Doch es half überhaupt nichts: Genau die Hälfte war für Till. Und genau die andere Hälfte für Greta. Ein Unentschieden!
Jetzt war der Streit noch viel schlimmer als vorher. Till und Greta drehten sich den Rücken zu und sagten gar nichts mehr.
„Auch das ging schief", seufzte Emil. „Erst mein Vorschlag, jetzt das Abstimmen. Wir machen alles nur schlimmer."
Bella dachte nach. Ganz lange. „Weißt du, Emil", sagte sie schließlich, „wir wissen ja gar nicht, warum sie sich überhaupt streiten. Fragen wir doch mal ganz leise nach. Jeden für sich."
Zuerst ging Bella zu Greta und setzte sich neben sie. „Greta", sagte sie sanft. „Wie hat der Streit denn angefangen?"
Greta schaute traurig zu Boden. „Ich wollte Till meine Lieblings-Laterne schenken", sagte sie leise. „Aber er hat gesagt, sie passt nicht. Bestimmt findet er sie hässlich."
Zur gleichen Zeit ging Emil zu Till. „Till", fragte er. „Warum wolltest du Gretas Laterne denn nicht?"
Till wurde ganz rot. „Weil sie so wunderschön ist!", platzte es aus ihm heraus. „Viel zu schön für meinen kleinen Stand! Ich hatte Angst, dass mein Stand daneben ganz gewöhnlich aussieht."
Bella und Emil schauten sich an. Und dann mussten sie fast lächeln. Sie hatten den Fall gelöst!
„Komm mal her, Till", sagte Emil und winkte ihn zu Greta. „Greta denkt, du findest ihre Laterne hässlich."
„Was?", rief Till. „Aber das Gegenteil ist wahr!"
Greta machte große Augen. „Wirklich?"
Till nickte ganz schüchtern. „Wirklich. Deine Laterne ist das Schönste auf dem ganzen Markt. Ich habe mich nur nicht getraut. Ich dachte, mein Stand ist nicht gut genug dafür."
Für einen Moment sagte niemand ein Wort.
Dann fing Greta leise an zu kichern. „Und deswegen dieser ganze Streit?"
Jetzt musste auch Till lachen. „Wegen einem einzigen Satz."
„Den ich falsch verstanden habe", sagte Greta.
„Und den ich viel zu leise gemurmelt habe", sagte Till.
Ganz von allein kamen die beiden wieder zusammen. Greta nahm ihre glitzernde Laterne. Vorsichtig stellte sie sie mitten auf Tills rote Tomaten-Pyramide.
„Weißt du was?", sagte sie. „Wir bauen keine zwei Stände gegeneinander. Wir bauen einen einzigen. Zusammen."
Till strahlte übers ganze Gesicht. Gemeinsam schoben sie ihre Stände aneinander: Tills glänzende Tomaten, Gretas hoher Turm und ganz oben die leuchtende Laterne. So etwas Schönes hatte der Marktplatz noch nie gesehen. Nach und nach kamen alle wieder zusammen und halfen mit.
Als der Abend kam, wurde es still und friedlich auf dem Platz. Die Laterne leuchtete warm in den Abend. Till und Greta saßen dicht nebeneinander darunter und teilten sich einen Becher Gurkensaft.
„Tut mir leid", sagte Till ganz leise.
„Mir auch", sagte Greta und lehnte den Kopf an seine Schulter.
Und der bunte Wimpel? Der wehte am Ende über ihrem gemeinsamen Stand – genau in der Mitte.
Ende
🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu