Die Gemüsepolizei · Folge 5
Überall im Dorf zeigen die Schilder falsch. Bella und Emil halten mit Rudi Wache.
„Halt! Stopp!"
Bella Brokkoli riss die Kelle hoch, das runde Schild an ihrem Stock. Gerade noch rechtzeitig.
Ida Ingwer blieb stehen. Sie stand mit den Zehen schon auf dem bunten Zebrastreifen. Ganz nah an ihr rollte ein großer Heuwagen vorbei. Ida schaute mit großen Augen hoch.
„Puh", sagte Emil Erbse. „Das war knapp."
Bella und Emil waren heute Schülerlotsen. Sie trugen gelbe Westen und brachten die kleinen Gemüsekinder über die Straße. Das machten sie gern. Aber heute Morgen stimmte etwas nicht.
„Ida", sagte Bella. „Warum bist du denn da losgelaufen?"
Ida zeigte auf das Schild am Weg. „Da steht doch: zur Schule."
Bella drehte sich um. Das Schild zeigte quer über die Straße. Dorthin, wo gar keine Schule war.
„Das Schild ist verdreht", sagte Emil leise.
Nach der Schule gingen die beiden einmal durchs Dorf. Und sie bekamen einen Schreck.
Das Schild zum Markt zeigte in den Wald. Das Schild zum Bach zeigte auf die Wiese. Fünf Schilder standen falsch.
Arvid Artischocke rannte mit einem Eimer an ihnen vorbei. „Keine Zeit!", rief er. „Ich muss noch was fertig machen." Er war der Längste von allen Kindern.
Da kam Rudi Rotkohl auf sie zu. Seine gelben Stiefel klatschten auf dem Weg.
„Gemüsepolizei!", rief er. „Kommt schnell. Da stimmt was nicht, und ich mag das gar nicht. Heute Morgen wäre fast was passiert."
„Wir haben es schon gesehen", sagte Bella. „Wir fangen sofort an."
Emil ging zu jedem Schild und schaute sich den Boden an. Bei jedem Schild lag etwas im Gras.
„Bella", rief er. „Hier liegen Schrauben. Eins, zwei, drei, vier."
Er lief zum nächsten Schild. „Hier auch vier."
Bella fragte im Dorf herum.
Greta Gurke dachte lange nach. „Gestern Abend war jemand bei den Schildern", sagte sie. „Es war schon dunkel. Ich habe nur gesehen, dass er groß war. Richtig groß."
Matti Mais nickte. „Und ich habe was gehört. So ein Klappern. Wie Werkzeug."
Emil klappte sein Heft zu. „Groß. Werkzeug. Nachts", sagte er. „Das ist Fridolin. Der ist der Größte im Dorf, und er hat einen Werkzeugkasten."
Sie gingen zu Fridolin Frühlingszwiebel. Er goss gerade seine Zucchini.
„Ich und Schilder verdrehen?", sagte Fridolin. Er machte seinen Werkzeugkasten auf. „Schaut selbst."
In dem Kasten lagen Schrauben. Aber alle waren kurz und dick.
Emil hielt eine Schraube aus dem Gras daneben. Sie war lang und dünn.
„Das passt nicht zusammen", sagte Emil. Seine Ohren wurden ganz warm. „Entschuldige, Fridolin."
„Macht nichts", sagte Fridolin. „Aber eins sage ich euch: Gestern Abend stand das Schild am Bach noch richtig. Da bin ich vorbeigegangen."
Bella und Emil schauten sich an.
„Dann passiert es jede Nacht", sagte Bella. „Dann halten wir heute Nacht Wache. Aber nicht allein."
Sie holten Rudi dazu. Zu dritt saßen sie hinter einem Busch, mit einer Decke und einer Kanne Tee.
Sie warteten. Der Wind ging durch die Blätter. Eine Eule rief.
Emils Kopf wurde schwer. Bellas Kopf sank zur Seite. Sogar Rudi schnarchte leise.
Als sie am Morgen aufwachten, zeigten zwei neue Schilder in die falsche Richtung.
„Wir haben ihn verpasst", stöhnte Emil. „Und heute Nacht schlafen wir wieder ein."
Bella sagte nichts. Sie stand auf und schaute sich um.
„Emil", sagte sie langsam. „Wie kommt man überhaupt da hoch?"
Emil schaute an einem Schild hoch. Es war viel höher als er. Höher als Bella. Höher als Rudi.
„Mit einer Leiter", sagte er.
„Und wo steht die Leiter vom Dorf?", fragte Bella.
Sie rannten zum Schuppen. Die Leiter war weg.
„Sie war gestern noch da", sagte Rudi. „Ganz sicher."
„Dann warten wir heute Nacht nicht bei einem Schild", sagte Bella. „Wir warten bei der Leiter."
In der Nacht standen sie am Schuppen. Rudi saß auf einem Hocker und hielt die Lampe.
Es dauerte lange. Dann hörten sie es.
KLACK. KLACK. KLACK.
Jemand kam den Weg hoch. Jemand Großes. Mit einer Leiter über der Schulter und einem Eimer in der Hand.
Rudi hob die Lampe. „Stopp!", rief Bella.
Die Leiter wackelte. Fast wäre sie umgefallen. Dahinter stand Arvid Artischocke.
„Arvid?", riefen alle drei.
Arvid stellte die Leiter ab. Im Eimer schlug das Wasser hin und her. Daneben lag ein Lappen.
„Ich putze sie", sagte er. „Die Schilder waren voller Dreck. Man konnte gar nichts mehr lesen. Ich mache sie ab, ich wasche sie, und dann schraube ich sie wieder dran. Nachts, damit es keiner merkt. Ich wollte, dass sich alle freuen."
Emil hielt eine Schraube hoch. „Und die hier?"
„Die sind mir runtergefallen", sagte Arvid. „Ich hatte ja nur eine Hand frei."
Einen Moment sagte niemand etwas.
Dann sagte Bella ganz leise: „Arvid. Heute Morgen wäre Ida fast auf die Straße gelaufen. Wegen einem Schild."
Arvid ließ den Eimer sinken. Das Wasser lief über seine Schuhe. Er merkte es nicht einmal.
„Das wusste ich nicht", sagte Arvid ganz leise. „Dann war mein Putzen ja gefährlich."
„Ida ist nichts passiert", sagte Rudi. „Bella war schnell. Aber einmal reicht."
„Schau mal", sagte Emil. Er nahm ein sauberes Schild in die Hand und drehte es herum. „Du hast sie wirklich schön geputzt. Nur der Pfeil muss dahin zeigen, wo der Weg hingeht."
Arvid schaute auf den Pfeil. „Oben auf der Leiter sehe ich nur die Rückseite", sagte er. „Da sieht jedes Schild gleich aus. Ich hab immer nur geschrubbt. Und dann drangeschraubt. Wie es gerade passte."
„Und das nächste Mal", sagte Rudi, „fragst du mich. Eine Leiter im Dunkeln, das machen wir nur zusammen."
Arvid nickte. „Zusammen."
Am nächsten Morgen standen sie zu viert im Dorf. Arvid hielt die Leiter. Emil zeigte von unten, wohin der Pfeil musste. Bella prüfte jedes Schild von der Straße aus. Rudi brachte Brote.
Es dauerte den ganzen Vormittag. Bei jedem Schild rief Emil von unten: „Linksrum!" oder „Rechtsrum!" Und Arvid drehte.
Als sie fertig waren, kamen die Gemüsekinder von der Schule. Ida blieb vor ihrem Schild stehen und schaute hoch.
„Das ist ja ganz sauber", sagte sie. „Und es zeigt genau richtig."
Arvid stand daneben und wurde ganz rot. Aber diesmal lächelte er dabei.
Ein Schild am Ende vom Dorf stand immer noch schief.
„Das war ich nicht", sagte Arvid schnell.
„Nein", sagte Rudi. „Das war der Wind. Das steht schon seit zwanzig Jahren so."
Ende
Erinnert ihr euch?
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Die Geschichte wurde mit Hilfe von KI geschrieben und von einem Menschen geprüft.