Das Tagebuch der Gemüsepolizei

Jeden Tag ein neuer Eintrag aus dem Detektivbüro am Marktplatz – mal von Bella, mal von Emil. Schau morgen wieder rein!

Emil schreibt

Der längste Tag

Hallo Tagebuch. Heute darf ich es nicht sagen. Das Ding. Du weißt schon.

7 Uhr: Otto sagt, heute kommt die Sonne raus. Die Sonne kommt raus. Ich sage: „Ich hab's ge… GEAHNT. Ich hab's GEAHNT.“ Puh.

10 Uhr: Rudi erzählt, dass sein Kürbis schwer ist. Ich halte mir den Mund zu. Mit beiden Händen.

12 Uhr: Mittagessen. Bella fragt: „Hast du gewusst, dass es heute Nudeln gibt?“ Das war eine FALLE! Ich habe nur genickt.

15 Uhr: Till und Frida harken hinter Fridolins Garten einen riesigen Laubhaufen zusammen. Morgen kommt die neue Folge: „Der große Laubhaufen“. Da wird der Haufen jede Nacht kleiner. Warum? Ich hab's gew… NEIN. Ich weiß es nicht. Wirklich nicht.

19 Uhr: Zähne geputzt. Schlafanzug an. Noch eine Stunde bis ins Bett.

Bella sitzt neben mir und liest. Sie sagt gar nichts. Das ist das Gefährlichste.

Noch 60 Minuten …

📣Morgen früh: neue Folge!Folge 38 · Der große Laubhaufen

Wie geht es weiter? Morgen schreibt Bella. ✏️

Bella schreibt

Die Abmachung

Liebes Tagebuch, Emil hat heute 47 Mal gefragt, was auf der Seite stand. Ich habe mitgezählt.

Er hat geraten. „Emil ist der Schnellste?“ – „Emil ist der Klügste?“ – „Emil ist ein bisschen gewachsen?“ Beim letzten habe ich nicht sofort Nein gesagt. Da hat er sich gleich an die Wand gestellt und gemessen. Er ist nicht gewachsen.

Am Ende habe ich ihm eine Abmachung angeboten. Emil sagt nämlich sehr oft: „Ich hab's gewusst!“ Auch wenn er es nicht gewusst hat. Besonders dann.

Also: Wenn Emil einen ganzen Tag lang nicht „Ich hab's gewusst!“ sagt, verrate ich ihm am Sonntag, was auf der Seite stand. Einen ganzen Tag. Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen.

„Pah“, hat Emil gesagt. „Das ist ja leicht. Das schaffe ich im Schlaf.“

„Morgen“, habe ich gesagt. „Ab dem Aufstehen.“

Er hat ganz tief Luft geholt. Ich glaube, das wird ein langer Samstag.

Emil schreibt

Emil ist …

Hallo Tagebuch! Ich habe es wirklich nicht gewusst. Ehrlich. Die Seite lag lose auf dem Tisch, und ich brauchte Papier. Bella war danach ganz still. Bei Bella ist still schlimmer als laut.

Also habe ich gesucht. Ich bin über die Mauer geklettert, durch Rudis Kürbisse gekrochen und unter Fridolins Wäscheleine durch. Nach einer Stunde habe ich den Flieger gefunden. Er steckte in einer Pfütze. Mit der Nase zuerst.

Die Seite war nass und voller Matsch. Man konnte fast nichts mehr lesen. Nur zwei Wörter ganz oben, in Bellas schöner Schrift:

„Emil ist …“

Und dann Matsch.

EMIL IST WAS?! Emil ist der Größte? Emil ist ein Held? Emil ist manchmal nervig? (Das kann nicht sein.)

Ich habe Bella den Flieger zurückgegeben. Sie hat ihn angeschaut und ganz leicht gelächelt.

Sie weiß, was da steht. Ich nicht. Ich werde heute Nacht kein Auge zumachen.

Bella schreibt

Der Papierflieger

Liebes Tagebuch, heute hat Emil mir das Banden-Zeichen gezeigt. Er hat die ganze Nacht daran gemalt. Es ist eine Kastanie. Mit roter Kappe. Und Lupe. Und Polizeimütze. Und, warum auch immer, einem Kürbis.

„Das ist zu viel“, habe ich gesagt. „Das ist genau richtig“, hat Emil gesagt.

Mitglieder der Polizei-Bande: Emil. Punkt. Und ich, weil Emil gesagt hat, ohne mich gilt es nicht. Das war nett.

Heute ist auch die neue Folge erschienen, die mit Polly. Emil übt seitdem, freundlich Nein zu sagen. Er sagt jetzt zu allem „Nein, danke“. Auch zu Pfannkuchen. Das hat er bereut.

Und jetzt das Schlimme. Emil hat heute Nachmittag einen Papierflieger gebastelt. Der ist wunderbar geflogen. Über die Mauer. Weit, weit weg.

Er war aus einer Seite aus diesem Tagebuch gefaltet.

Aus DER Seite. Der geheimen.

Wenn die jemand liest …

📖Heute neu: Folge 37Die Kastanien-BandeLesen →
Emil schreibt

Die Bande

Hallo Tagebuch! Hinter der Hecke war die Bande. Drei Kinder mit Kastanien-Beuteln. Sie tauschen den ganzen Tag. Eine große gegen zwei kleine. Eine glänzende gegen drei matte. Eine mit Gesicht gegen … ALLES!

(Ich habe meine Otto-Kastanie NICHT getauscht. Die ist unbezahlbar.)

Niki hat die fünf Kastanien übrigens gar nicht geschuldet. Er hatte sich nur verzählt. Niki zählt immer sehr schnell.

Ich finde so eine Bande toll. Ich will auch in eine. Bella sagt, Polizisten können nicht in eine Bande. Ich habe gesagt: „Dann gründe ich eben eine Polizei-Bande!“ Bella hat „Hm“ gemacht.

Morgen kommt die neue Folge, „Die Kastanien-Bande“. Da sagt Polly Pflaume zu allem Ja. Zu ALLEM. Ich bin gespannt, ob das gut geht.

Heute Nacht male ich unser Banden-Zeichen. Es wird geheim. Und großartig.

Und ein bisschen rot.

📣Morgen früh: neue Folge!Folge 37 · Die Kastanien-Bande
Bella schreibt

Zimmerservice

Liebes Tagebuch, heute früh hat Emil an meine Tür gehämmert. „Bella! Das Hotel! Da ist jemand drin!“

Wir sind hingerannt. Aus dem Käfer-Hotel schauten zwei Füße heraus. Zwei große Füße. In gestreiften Socken.

Das war nicht Punkt.

Emil hat ganz vorsichtig geklopft. „Zimmerservice?“

Aus dem Hotel kam eine Stimme: „Psst! Ich bin gar nicht da!“

Es war Niki Nuss. Er hatte sich in das Hotel gequetscht, so gut es ging. Die Hälfte von ihm schaute noch raus. Das hatte er nicht gemerkt.

„Warum versteckst du dich?“, habe ich gefragt.

Niki hat ganz schnell geflüstert, so wie immer: „Vor der Bande. Die Bande sucht mich. Ich schulde ihnen fünf Kastanien, und ich hab keine mehr, und die zählen jeden Tag, und die haben ein Zeichen, und …“

Eine Bande? Bei uns im Gemüseland?

Da hat es hinter der Hecke geraschelt.

Emil: Punkt wohnt übrigens immer noch in der Kappe. Das Hotel findet er doof.

Emil schreibt

Mein Mitbewohner

Hallo Tagebuch! Ich habe einen Mitbewohner. Er wohnt in meiner Kappe, ganz hinten in der Naht. Er ist rot, hat sieben schwarze Punkte und ist so groß wie mein kleiner Fingernagel. Ein Marienkäfer!

Otto sagt, Marienkäfer suchen sich im Herbst ein warmes Versteck für den Winter. Und meine Kappe ist anscheinend das beste Versteck im ganzen Gemüseland. Das wundert mich nicht.

Ich habe ihn Punkt genannt. Bella hat gesagt: „Er hat aber sieben Punkte.“ Ich habe gesagt: „Dann heißt er eben Punkt Sieben.“ Jetzt heißt er Punkt.

Das Problem: Ich kann die Kappe nicht aufsetzen. Sonst wird es Punkt zu eng. Also trage ich wieder den Topf.

Heute war auch Apfelernte, und die neue Folge ist da! Ich habe beim Probieren sehr fleißig gearbeitet. Vierzehn Äpfel. Jetzt ist mir ein bisschen komisch im Bauch.

Heute Abend habe ich für Punkt noch ein Käfer-Hotel gebaut. Aus Holz, Stroh und Tannenzapfen. Mit Schild und Klingel.

Morgen früh schaue ich nach, ob er eingezogen ist.

📖Heute neu: Folge 36Die ApfelernteLesen →
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Bella schreibt

Ottos Geständnis

Liebes Tagebuch, heute haben wir Otto gefragt. Emil hat sein strenges Polizei-Gesicht gemacht. Otto hat ihm einen Keks gegeben. Da war das Gesicht vorbei.

Und dann hat Otto alles erzählt. Er hat die Kappe nach dem Erntedankfest auf dem Feld gefunden. Er wollte sie zurückbringen und Danke sagen, für unsere Hilfe beim Keks-Notfall. Also hat er sich hingesetzt und eine Kastanie bemalt. Die Kappe hat er so lange der Vogelscheuche aufgesetzt. Dann kam Hanna und wollte Tee. Und Otto hat die Kappe vergessen.

„Mein Kopf ist voller Kräuter“, hat Otto gesagt und gelacht. „Da passt nicht mehr alles rein.“

Die Kastanie steht jetzt auf Emils Nachttisch.

Morgen erscheint die neue Folge, „Die Apfelernte“. Da hat jeder eine Aufgabe. Emil hat sich auch schon eine ausgesucht: Äpfel probieren.

Zum Abschied hat Otto Emil noch etwas zugeflüstert: „Pass gut auf deine Kappe auf. Da wohnt jetzt nämlich jemand drin.“

Wer denn?!

📣Morgen früh: neue Folge!Folge 36 · Die Apfelernte
Emil schreibt

Der beste Verhandler

Hallo Tagebuch! Heute habe ich Kastanien gesammelt. Sieben Stück! Die schönsten und glänzendsten im ganzen Gemüseland.

Dann bin ich zu Matti. Ich habe gesagt: „Ich gebe dir eine.“ Matti hat gesagt: „Drei.“ Ich habe gesagt: „Na gut, dann eben sieben.“ Matti hat ganz schnell alle sieben genommen.

Bella hat sich die Hand vor die Augen gehalten. Keine Ahnung, warum. Ich finde, das lief super.

Jedenfalls hat Matti es dann verraten. Am Sonntag hat er jemanden über Rudis Feld gehen sehen. Ganz langsam. In Hausschuhen. Und mit einem großen, buschigen Schnurrbart.

Ich kenne nur einen mit so einem Schnurrbart.

Aber warum legt Otto eine Kastanie in meine Kappe und setzt sie dann der Vogelscheuche auf? Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Bella sagt, morgen fragen wir ihn. Direkt.

Ich übe schon mal mein strenges Polizei-Gesicht.

Bella schreibt

Die Kastanie mit Gesicht

Liebes Tagebuch, heute haben wir die Kastanie untersucht. Ich habe eine Liste gemacht, wie immer. Das hilft mir beim Denken.

Hinweise: Die Kastanie ist glatt und braun. Das Gesicht ist mit schwarzem Stift gemalt. Sie lächelt. Und sie riecht ein kleines bisschen nach Pfefferminze. Sagt Emil. Ich bin mir nicht sicher. Emils Nase riecht seit gestern überall Kürbissuppe.

Verdächtige: alle. Im Herbst sammelt das ganze Gemüseland Kastanien. Die Kinder haben die Taschen voll, und Matti Mais hat sogar einen ganzen Eimer.

Also haben wir Matti gefragt. Er hat die Kastanie lange angeschaut. Dann hat er gesagt: „Ich weiß, wer die gemalt hat.“

„Wer?“, hat Emil gerufen.

Matti hat gegrinst. „Verrate ich. Für drei Kastanien.“

Emil hat keine Kastanien. Ich auch nicht. Morgen gehen wir sammeln. Emil sagt, er ist ein sehr guter Verhandler.

Ich habe da so meine Zweifel.

Emil schreibt

Mit der Nase durch den Nebel

Hallo Tagebuch! Otto hatte recht. Heute früh war alles weiß. Ich habe meine Hand vor den Augen nicht gesehen. Nur den Topf gehört, weil er gescheppert hat.

Aber ich habe ja den richtigen Riecher! Rudi kocht jeden Mittwoch Kürbissuppe. Also bin ich einfach dem Geruch nach. Bella hat meine Hand gehalten. Einmal sind wir falsch abgebogen, da roch es nach Fridolins Zwiebeln. Einmal bin ich in eine Pfütze getreten, da roch es nach Pfütze.

Und dann: Suppe! Rudis Feld! Die Vogelscheuche! Und auf ihrem Kopf: MEINE KAPPE!

Ich habe sie aufgesetzt, und alles war wieder gut. Fast alles. In der Kappe hat es nämlich geklappert. Ich habe nachgeschaut.

Da lag eine Kastanie. Und jemand hatte ihr ein Gesicht gemalt. Mit Augen, Nase und einem Lächeln.

Eine Vogelscheuche malt keine Gesichter. Wer war das?

P.S. Die neue Folge ist heute da, die mit dem Nebel. Da steht drin, wie man es ohne Nase schafft.

📖Heute neu: Folge 35Der Nebel am BachLesen →
Bella schreibt

Der winkende Punkt

Liebes Tagebuch, wir wissen jetzt, wer gewinkt hat. Es war die Vogelscheuche auf Rudis Feld! Emils Kappe sitzt ihr auf dem Kopf. Und wenn der Wind weht, wackelt ihr Arm. Das sieht aus wie Winken.

Emil wollte sofort los. Aber Otto hat den Finger gehoben und in den Himmel geschnuppert. „Morgen früh kommt Nebel“, hat er gesagt. „Dick wie Haferbrei. Da findet ihr nicht mal eure eigenen Füße.“

Otto hat mit dem Wetter immer recht. Sein Schnurrbart merkt das vorher, sagt er.

Apropos Nebel: Morgen erscheint die neue Folge, „Der Nebel am Bach“. Benno und Kalle wollen zum Bach. Aber im Nebel ist der Bach auf einmal weg. Einfach weg. Wie findet man etwas, das man nicht sehen kann?

Emil hat gesagt, er geht trotzdem. Mit Topf.

Ich gehe mit. Irgendwer muss ja aufpassen, dass er nicht gegen einen Kürbis läuft.

📣Morgen früh: neue Folge!Folge 35 · Der Nebel am Bach
Emil schreibt

Der Topf

Hallo Tagebuch. Heute ist ein schlimmer Tag. Ich schreibe ohne Kappe. Das fühlt sich an wie Zähneputzen ohne Zahnbürste.

Ich habe überall gesucht. Unter dem Bett. Im Brotkasten. In Bellas Teekanne. (Da war sie nicht. Aber Tee. Heißer Tee.)

Bella hat gesagt, ich soll mir erst mal etwas anderes aufsetzen, damit ich keine kalten Ohren kriege. Also habe ich einen Kochtopf genommen. Er ist ein bisschen groß. Wenn ich nicke, sehe ich nichts mehr.

Alle auf dem Markt haben gefragt, warum ich einen Topf trage. Ich habe gesagt: „Geheimer Auftrag.“ Das stimmt sogar fast.

Am Nachmittag bin ich mit Topf auf den Kastanienbaum geklettert, um besser zu sehen. Und da habe ich es entdeckt. Ganz weit hinten, auf Rudis Feld: einen roten Punkt.

Er hat mir gewinkt.

Rote Punkte winken nicht. Oder?

Bella schreibt

Danke-Tag

Liebes Tagebuch, heute war Erntedank. Da sagt man Danke für alles, was gewachsen ist. Ich habe eine Liste gemacht:

Danke für die Äpfel. Danke für Rudis Kürbis, auch wenn es nur der zweitgrößte war. Danke für Otto, der immer Tee hat. Und danke für Emil. Er ist heute dreimal über die Girlande gestolpert und hat danach jedes Mal gelacht.

Wie Gretas Fest gelaufen ist, steht in der neuen Folge. Sie ist heute erschienen. Ich sage nur: Es war windig.

Heute Abend dann der Schreck. Emil kam ins Büro, ganz blass. Er hat auf seinen Kopf gezeigt. Da war nichts.

„Meine Kappe“, hat er geflüstert. „Sie ist weg.“

Die rote Kappe! Emil hat sie, seit ich ihn kenne. Er schläft sogar mit ihr. Ohne Kappe ist Emil wie ein Brunnen ohne Wasser.

Das ist ein Fall für die Gemüsepolizei. Morgen suchen wir.

📖Heute neu: Folge 34Gretas schiefes ErntedankfestLesen →
Emil schreibt

Tür Nummer 39

Hallo Tagebuch! Heute habe ich den Schlüssel ausprobiert. An JEDER Tür im Gemüseland. Bei Christel hat er nicht gepasst. Beim Rathaus auch nicht. Bei Fridolins Gartenhaus auch nicht. Bei Mattis Schatzkiste hätte er fast gepasst, aber nur fast. Matti hat gesagt, ich soll nicht an seiner Kiste rütteln.

Nach 38 Türen taten mir die Füße weh. Tür Nummer 39 war ein kleiner grüner Schuppen hinter dem Gurkenbeet. Der gehört Greta Gurke. Klick! Er ging auf!

Greta hat vor Freude gequietscht. Sie hat den Schlüssel schon eine ganze Woche gesucht. Im Schuppen liegt nämlich alles für ihr Erntedankfest: Girlanden, Bänder, Tischdecken. Alles genau geplant. Greta plant IMMER alles genau. Sogar das Wetter, sagt sie.

Morgen kommt die neue Folge: „Gretas schiefes Erntedankfest“. Ich verrate nur so viel: Ich glaube, das Wetter hat nicht mitgeplant.

Ach ja: Beim Rausgehen hat es ganz kurz an meiner Kappe gezupft. Nur ein Windstoß.

Dachte ich.

📣Morgen früh: neue Folge!Folge 34 · Gretas schiefes Erntedankfest
Bella schreibt

Die Krümelspur

Liebes Tagebuch, wer isst Salz-Kekse? Das war heute unsere Frage.

Unter Ottos Fensterbrett lagen Krümel. Viele Krümel. Sie führten den Hügel hinunter, über die Wiese und bis zum Kürbishof. Dort saß Rudi Rotkohl auf seinem Kürbis und kaute.

„Die sind super!“, hat Rudi gerufen und uns den letzten Keks gezeigt. „Wie Salzstangen, nur runder!“

Er hatte sie auf dem Fensterbrett gesehen. Und er fand, bevor man etwas wegwirft, sollte es wenigstens einer probieren. Das ist Rudi. Fall gelöst, in zehn Minuten. Emil war ein bisschen enttäuscht. Er hatte schon seine Lupe ausgepackt.

Aber dann hat Rudi in die Tasche seiner Latzhose gegriffen. „Wo ihr schon mal da seid“, hat er gesagt. „Das hier lag heute früh in meinem Kürbisbeet. Ich weiß nicht, wem es gehört.“

Es war ein Schlüssel. Klein, alt und ein bisschen rostig.

Emil hat die Lupe sofort wieder ausgepackt.

Emil: Ich backe ab jetzt nur noch für Rudi.

Emil schreibt

Der Keks-Notfall

Hallo Tagebuch! Also, der Keks-Notfall: Otto bekommt jeden Donnerstag Besuch von Hanna und Frida, seinen Enkelinnen. Und jeden Donnerstag gibt es Kekse. Aber die Keksdose war LEER. Otto kann Tee kochen, Kräuter sammeln und Geschichten erzählen. Nur backen kann er nicht. Gar nicht. Einmal ist ihm sogar Wasser angebrannt, sagt er.

Also haben wir gebacken. Bella hat das Rezept vorgelesen, und ich habe alles in die Schüssel geschüttet. Mehl. Butter. Eier. Zucker.

Dachte ich.

Es war Salz! Die Dosen sehen genau gleich aus! Frida hat einen Keks probiert und gesagt: „Der schmeckt wie das Meer.“ Hanna hat gesagt: „Wie das Meer mit Krümeln.“

Dann haben wir schnell Pfannkuchen gemacht. Mit Zucker. Ich habe dreimal probiert, bevor ich ihn reingeschüttet habe. Otto hat ganz genau zugeschaut.

Die Salz-Kekse haben wir aufs Fensterbrett gestellt. Zum Wegwerfen, morgen früh. Aber gerade eben bin ich noch mal vorbeigelaufen. Der Teller war LEER.

Wer isst denn bitte Salz-Kekse?!

Bella schreibt

Die Pfefferminz-Spur

Liebes Tagebuch, heute sind wir der Spur gefolgt. Der Fußabdruck war nämlich nicht allein. Da waren noch mehr: kleine runde Matschflecken, quer über den Marktplatz, am Brunnen vorbei und den Hügel hinauf.

Emil ist mit der Nase vorneweg gegangen. Alle zehn Schritte hat er gerufen: „Pfefferminze!“ Nach dem zwanzigsten Mal haben die Leute auf dem Markt mitgerufen.

Die Spur endete an einer Tür, die wir gut kennen: am Kräuterlabor von Otto Oregano. Jetzt war auch klar, warum die Abdrücke so rund waren. Otto trägt Hausschuhe aus Filz. Mit Pfefferminzblättern drin, gegen kalte Füße.

Emil hat geklopft. Die Tür ging auf, und Otto hat uns hereingezogen. Sein Schnurrbart hat gezittert.

„Endlich!“, hat er geflüstert. „Es ist ein Notfall. Ein Keks-Notfall.“

Was ein Keks-Notfall ist? Das schreibt Emil morgen. Er will unbedingt.

Emil: Ich hab's gewusst, dass es kein Riese war.

Bella: Hat er nicht.

📖Heute neu: Folge 33Das Rascheln in der NachtLesen →
Emil schreibt

Der Matsch-Fuß

Hallo Tagebuch, hier ist wieder Emil. Ich habe mir die Kappe extra fest aufgesetzt. Ermitteln ist ernst.

Also: der HILFE-Zettel. Ich habe den Fußabdruck genau untersucht. Mit der Lupe, mit der Nase und mit dem Lineal. Ergebnis: Der Fuß ist rund. Er ist klein. Und er riecht nach Pfefferminze. Ich habe gesagt: „Das war ein Riese.“ Bella hat gefragt, warum. Ich habe gesagt: „Weil man das nie denkt.“ Bella hat nur „Hm“ gemacht. Bei Bella heißt „Hm“ meistens, dass ich Unsinn rede.

Morgen kommt übrigens die neue Folge: „Das Rascheln in der Nacht“. Bei Bauer Fridolin raschelt nachts etwas im Gartenhaus. Etwas GROSSES. Ich schlafe heute mit Taschenlampe.

Und jetzt kommt's: Eben lag schon wieder ein Zettel vor der Tür. Wieder ganz krakelig. Da stand: „BITTE BRINGT KEKSE.“

Kekse?! Was ist denn das für ein Notfall?

📣Morgen früh: neue Folge!Folge 33 · Das Rascheln in der Nacht
Bella schreibt

Der Zettel

Liebes Tagebuch, heute war ein ruhiger Tag. Rudi Rotkohl hat uns seinen Kürbis vom Wiegetag gezeigt, zum dritten Mal. Emil hat die Lupe geputzt, auch zum dritten Mal. Ich habe Tee gekocht.

Den Matschfleck von gestern haben wir uns natürlich genau angesehen. Emil hat mit der Lupe daneben gelegen, bis ihm die Nase kalt wurde. Herausgefunden haben wir nichts. Nur, dass Matsch nach Matsch riecht.

Bis zum Abend. Als ich die Tür abschließen wollte, lag ein Zettel auf der Fußmatte. Darauf stand nur ein Wort, ganz krakelig: HILFE. Und daneben war wieder ein Fußabdruck. Klein, rund und voller Matsch.

Wer hat den Zettel dahin gelegt? Und warum hat er nicht einfach gewartet, bis wir aufmachen? Morgen fangen wir an zu suchen.

Emil: Ich hätte den Zettel auch gefunden. Nur später.

Emil schreibt

Mein erster Eintrag

Hallo Tagebuch, hier ist Emil Erbse. Der mit der roten Kappe. Heute bin ICH dran, endlich!

Heute war Wiegetag. Ich habe alles aufgeschrieben. Jeden Kürbis, jedes Gewicht, jedes „Oooh!“. Elf Bleistifte habe ich stumpf geschrieben. Den zwölften hat Rudi aus Versehen als Kürbisstiel benutzt. Frag nicht.

Christel hat die große Waage in den Kastanienbaum gehängt. Die Waage hat gequietscht. Rudi hat gequietscht. Ich habe auch ein bisschen gequietscht, weil es so spannend war.

Wie es ausgegangen ist, steht in der neuen Folge. Sie ist heute erschienen. Ich sage nur so viel: Der Titel verrät schon eine Menge. Und am Ende gibt es einen Topf. Mehr sage ich nicht. Ich bin ja Polizist und keine Plaudertasche.

Heute Abend ist dann noch etwas Seltsames passiert. Es hat an unsere Bürotür geklopft. Ganz leise. Als ich aufgemacht habe, war niemand da. Nur auf der Fußmatte war Matsch. Ein kleiner, runder Matschfleck.

Wer klopft und läuft dann weg?

📖Heute neu: Folge 32Der zweitgrößte KürbisLesen →
Bella schreibt

Das erste Blatt

Liebes Tagebuch, heute fange ich dich an. Ab jetzt schreiben Emil und ich jeden Tag hinein, was bei der Gemüsepolizei passiert. Einen Tag ich, einen Tag Emil. Emil wollte eigentlich jeden Tag. Und nur in Großbuchstaben. Wir haben uns geeinigt: jeden zweiten Tag, und nur manchmal groß.

Heute war ganz Gemüseland aufgeregt. Morgen ist nämlich Wiegetag. Da bringt jeder seinen Kürbis, und am Ende weiß man, wer den schwersten hat. Emil darf alles aufschreiben. Er hat schon zwölf Bleistifte gespitzt. Für den Notfall.

Rudi Rotkohl ist heute siebenmal an unserem Büro vorbeigelaufen. Jedes Mal hat er gesagt: „Dieses Jahr gewinne ich.“ Sechzig Mal hat er schon mitgemacht. Gewonnen hat er noch nie.

Morgen früh erscheint die neue Folge: „Der zweitgrößte Kürbis“. Da erfahrt ihr, wie Rudi seinen Kürbis großgezogen hat. Und wie ungeduldig man dabei werden kann.

Eben habe ich noch einmal aus dem Fenster geschaut. In Rudis Scheune brennt Licht. Mitten in der Nacht. Und ich höre ihn singen. Für seinen Kürbis.

Ob das hilft?

Emil: Zwölf Bleistifte sind gar nicht viel. Beim Wiegetag passiert SEHR viel.

📣Morgen früh: neue Folge!Folge 32 · Der zweitgrößte Kürbis